Ökologischer Weinbau mit PIWIs
Wir produzieren unseren Biowein (Ökowein) nach den strengen ökologischen Richtlinien nach ecovin und unseren eigenen, hohen Qualitätsansprüchen. Zudem bewirtschaften wir unsere Flächen biodynamisch. Unsere meist etwas abseits gelegenen Weinbergslagen mit ihrer Kleinstruktur, mit kleinen ökologischen Nischen (Böschungen, Hecken) bieten Unterschlupf für viele Arten und sind meist ohne großen äußeren Einfluss, wie z.B. Abdrift anderer konventionell bewirtschafteter Weinberge.
Die Biodiversität erhöhen wir durch Anlegen von Lesesteinhaufen, Trockenmauern, Insektenhotels, Totholzhaufen, Stehenlassen von Totbäumen, Anbringung von Nisthilfen und Greifvogelstangen und die Pflege der Böschungen und Hecken. Durch selektives, alternierendes Mähen bzw. Walzen von Begrünungen finden sich immer blühende und samende Kräuter in unseren Weinreben.

- Weinbergsflora am Kirchberg in der Junganlage
Durch luftige Erziehung, durch entsprechende Laubarbeiten, selektioniertes qualitätsorientiertes Ausdünnen, durch mäßige organische Düngung (Mist, Kompost) und Verzicht auf mineralische Düngung (seit 1975), sowie gezielte Einsaaten mit Leguminosenmischungen sorgen wir für ein Gleichgewicht und haben dadurch gut vorbereitete Böden mit optimalen Humusgehalt, die Trockenperioden besser überstehen. Durch Spritzungen mit Gesteinsmehlen, Kräutertees, Algenkalk, Backpulver, Orangenöl, Wasserglas oder frischer Molke können wir den Pflanzenschutz gegen Pilze (Peronospora, Mehltau) mit Schwefel und Kupfer sehr gering halten. Mittlerweile haben wir unser Sortenspektrum komplett auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIs) umgestellt. Diese kommen nahezu ohne den oben erwähnten Pflanzenschutz aus und sind für den Klimawandel deutlich besser angepasst. Mit Hilfe der PIWIs können wir gegenüber Standardrebsorten 80 bis 100% der sonst bioüblichen Pflanzenschutzmittel (Schwefel Und Kupfer) einsparen (je nach Piwisorte und Jahr).

- Mohn am Kirchberg
Dank der großen Artenvielfalt in den Reben kommen wir seit 1975 völlig ohne Insektizide oder Akarizide (Insekten- und Milbengifte) aus. Singvögel, Schlupfwespen, Marienkäfer, Florfliegen, Raub-und andere Wanzen und deren Larven sowie Spinnen, werden durch Begrünungen gezielt gefördert. Mittlerweile wird am Kaiserstuhl flächendeckend gegen die Traubenwicklermotte verwirrt. Die künstlich ausgebrachten Pheromonwolken der weiblichen Motten sorgen dafür, dass die Männchen keine Weibchen mehr finden. Durch diese biotechnische Maßnahme kann flächendeckend auf Traubenwicklergifte verzichtet werden.

- Begrünung im Mai im Gewann Strümpfe
So finden sich viele selten gewordene Tierarten in und um unsere Weinberge. Neben vielen Schmetterlingsarten finden man Weinhähnchen, Grillen, Blau- und Rotflügelige Ödland- und diverse andere Heuschrecken, Gottesanbeterinnen, Sandlauf-, Goldlaufkäfer und diverse Rosenkäfer. Neben den dominierenden Smaragdeidechsen finden sich auch Mauer- und Zauneidechsen und vieles mehr. Vielleicht sogar Schlingnattern.
Voraussetzung dafür sind blühende und samende Kräuter in und um die Weinberge. Wir unterstützen diese natürliche Begrünung durch gezielte Einsaat bestimmter Kräuter, vor allem Leguminosen.

- Florfliegeneier an Weinrebe
Das Ergebnis dieser Wirtschaftsweise macht sich auch in der Weinqualität bemerkbar. Niedrige Erträge und strenge ganzjährige Selektion brauchen keine kellerwirtschaftliche Manipulation.

- Wespenspinne



